Was sind Pflegehilfsmittel?

Pflegehilfsmittel stehen denjenigen zur Verfügung, welche Angehörige mit Pflegestufe zu Hause haben und diese pflegen müssen. Es gibt einen gesetzlichen Anspruch auf die Mittel, welche die Pflege der Patienten, aber auch die Arbeit der Pfleger, erleichtern sollen. Voraussetzung ist lediglich, dass der zu Pflegende eine Pflegestufe hat.

Umfang der gängigen Pflegehilfsmittel in Deutschland

Unterschieden wird bei den Pflegehilfsmitteln generell zwischen technischen und zum Verbrauch bestimmten Hilfsmitteln. Zu den zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln gehören zum Beispiel Desinfektionsmittel, Pflaster, Binden und Einmalhandschuhe. Alle Mittel, die dazu zählen, findet man in einem Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Pflege- und Krankenkassen.

Dort werden alle Produkte gelistet, welche von den Kassen finanziert werden und zu deren Leistungspflicht gehören. Die Kosten der zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmittel werden von den Kassen finanziell übernommen. Dabei wird zwischen verschiedenen Produktgruppen differenziert. Gleiches gilt für die technischen Hilfsmittel zur Pflege. Auch diese sind gelistet und können von der Kranken- oder Pflegekasse finanziert oder zeitweise ausgeliehen werden. Zu den technischen Hilfsmitteln gehören zum Beispiel Notrufsysteme, Pflegebetten oder Lagerungshilfen. Wer zu Hause einen Patienten pflegt, weiß in der Regel, welche Mittel und Geräte gebraucht werden. Die Refinanzierung und Erstattung der Verbrauchskosten kann eine erhebliche Erleichterung für die zu Pflegenden und die Pfleger sein, zumal die Beantragung und Kostenfinanzierung nicht schwierig ist.

Wie funktioniert die Erstattung und Kostenfinanzierung

Auch bei der Beantragung der Erstattung von Pflegehilfsmitteln wird zwischen den technischen und den zum Verbrauch bestimmten Hilfsmitteln unterschieden. Jeder Pflegebedürftige mit einer Pflegestufe hat einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegehilfsmittel im Wert von 40 Euro im Monat. Beantragt werden die Mittel bei der Kranken- oder Pflegekasse. Diese prüft und genehmigt den Antrag in der Regel innerhalb eines Monats. Bekommt man einen positiven Bescheid, muss der Antrag nicht noch einmal gestellt werden. Nur in seltenen Ausnahmefällen gelten die Anträge zeitlich begrenzt. Bei den technischen Pflegehilfsmitteln gilt, dass ein Eigenanteil von circa 10 Prozent besteht. Es müssen aber nicht mehr als 25 Euro dazugezahlt werden. Der restliche Betrag wird von den Kassen übernommen. Wenn ein technisches Pflegehilfsmittel leihweise überlassen wird, entfällt eine Zuzahlung gänzlich. Bei den zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln verhält es sich anders.

Hierfür ist keine ärztliche Bescheinigung notwendig – die Antragsstellung bei der Kranken- oder Pflegekasse genügt. Wichtig für einen positiven Bescheid ist, dass eine Pflegestufe vorhanden ist, der Pflegebedürftige zu Hause oder in einer WG lebt und dass er nicht ausschließlich von Angehörigen oder Bekannten gepflegt wird.

Woher bekommt man die Pflegehilfsmittel?

Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel gibt es in der Regel in allen gängigen Drogerien, Apotheken und Sanitätshäusern. Mittlerweile bestellen viele Menschen die benötigten Mittel über das Internet. Spezielle Online-Dienstleister bieten sogar monatliche Pakete an, welche alles beinhalten und den monatlichen Preis von 40 Euro nicht übersteigen. Diese Pakete werden vollständig von den Kassen finanziert. Der große Vorteil ist, dass ein ständiger Einkauf entfällt, weil die Pakete automatisch und von allein jeden Monat versendet und nach Hause geliefert werden. Die technischen Hilfsmittel gibt es ebenfalls im Fachhandel. Werden die Geräte leihweise von den Kassen vergeben, kümmern sich diese um die Beschaffung. Man kann sich für alle nötigen Informationen auch an die Sanitätshäuser, die Pflegekasse oder an ambulante Pflegedienste wenden.

Die Nutzung von Pflegehilfsmitteln wird gefördert und zum Teil erstattet, weil sie die Pflege erleichtern sollen – besonders wenn der Pflegeort im eigenen zu Hause ist. Sie lindern Beschwerden und körperliche Probleme. Zudem entlasten sie Patienten und Pfleger gleichermaßen. Daher sollte man auf die Förderung dieser Mittel durch die Kranken- und Pflegekassen keinesfalls verzichten.