Was ist die Aktivierende Pflege erklaerung

Was ist die Aktivierende Pflege?

Die sogenannte Aktivierende Pflege bekommt einen immer höheren Stellenwert bei der Verbesserung der aktuellen Pflegesituation in Deutschland. Aber was genau ist mit dieser alternativen Form der Pflege gemeint? Die Aktivierende Pflege steht im kompletten Gegensatz zur versorgenden Pflege und ist dafür vorgesehen, Hilfe zur Selbsthilfe für die Pflegebedürftigen zu schaffen. Bei dieser Form der Pflege geht es darum, die Patienten zu motivieren und zu eigenem Handeln aufzufordern. Sie sollen, so gut es geht, selbstständig weiterleben und dass auch aktiv wollen. Alltägliche Bewegungsabläufe sollen wiedererlangt werden und die Patienten müssen dazu aufgefordert werden, sich und ihr Handeln wieder mehr in den Fokus zu rücken.

Die Bedeutung der Aktivierenden Pflege für Pflegebedürftige und deren Angehörige

Ältere Menschen neigen oft dazu, sich ihrem Schicksal zu ergeben und den Sinn ihres Daseins in Frage zu stellen. Aufgrund dessen lassen sich Senioren hängen und beginnen gewisse alltägliche Bewegungsabläufe zu vergessen. Auch demenzkranke oder psychisch kranke Menschen haben gerade im Alter Schwierigkeiten, ihren Alltag zu bewältigen.

Hier greift die Aktivierende Pflege ermutigend und fördernd ein. Inhalt dieser Pflegeform sind therapeutische Maßnahmen, welche die Senioren aktivieren sollen. Diese Maßnahmen werden in der Regel individuell auf den Patienten zugeschnitten. Dabei werden bestimmte Fähigkeiten und Einschränkungen bedacht und dementsprechend ein Pflege-Konzept erstellt. Dank dieser Pflegeform können die älteren Menschen in feste Muster und Strukturen zurückkehren, die ihr Leben wieder selbstbestimmter und lebenswerter machen. Auch für die Angehörigen stellt die Aktivierende Pflege eine erhebliche Entlastung dar. Sie müssen sich weniger Sorgen um Ihre älteren Angehörigen machen und können die Fortschritte mitverfolgen. Für den Patienten fördert diese Pflegeform ein stärkeres Selbstbewusstsein, welches für die Gesundheit besonders wichtig ist.

Wie kann Aktivierende Pflege funktionieren?

Die Aktivierende Pflege beginnt bereits bei den einfachsten Alltagsbeschäftigungen. Generell gibt es verschiedenste Konzepte in der Aktivierenden Pflege.

Der Pfleger kann zum Beispiel bei der täglichen Hygiene des Körpers helfen und den Patienten dazu motivieren, sich möglichst selbstständig zu waschen und zu pflegen. Dabei kann helfend eingegriffen und die Benutzung gewisser Artikel erklärt werden. Auch die Motivation für bestimmte Beschäftigungen gehört zur Aktivierenden Pflege. Die Patienten werden dazu angeregt an Angeboten, wie Seniorengymnastik oder Ausflügen, teilzunehmen.

Fakt ist, dass die Aktivierende Pflege für sehr viel mehr Lebensqualität und -freude sorgt. Sie hilft den Patienten dabei, eine stabilere Gesundheit zu entwickeln und sich geistig zu beschäftigen. Die Aktivierende Pflege ist sehr zeitaufwendig, aber erfahrungsgemäß ist sie sinnvoll und lohnenswert. Bei einer erfolgreichen Aktivierenden Pflege kann sogar der Pflegeaufwand sinken, weil der Patient sich wieder besser selbst helfen kann. Besonders beliebt ist die Pflegeform in der häuslichen Altenpflege, da sie weniger zeiteingeschränkt ist als beispielsweise im Altenheim.

Die aktivierende Pflege gehört mittlerweile zu einer anerkannten Pflegeform in Deutschland, welche große Erfolge verspricht. Besonders für demenzkranke Patienten lohnt sich der Aufwand, da sie auf diese Art wieder selbstständiger Handeln und Denken können. Den speziell geschulten Pflegern wird dabei die Aufgabe zuteil, sich auf das Verhalten und das Leben des Patienten einzustimmen und darauf zu reagieren. Gewohnte, vielleicht fast vergessene Fähigkeiten und Hobbies können dank der Aktivierenden Pflege wieder reaktiviert werden.

Pflegesituation in Deutschland aktuell morehipthanhippie

Aktuelle Pflegesituation in Deutschland

Das Thema Altwerden ist in jedem Kopf fest verankert. Damit einher geht immer auch eine gewisse Angst, was werden wird, wenn man alt und pflegebedürftig ist. Aufgrund der immer besser werdenden medizinischen Möglichkeiten heutzutage wird die Bevölkerung immer älter. Es ist eine Tatsache, dass mit dem steigenden Alter auch das Pflegerisiko wächst. In der heutigen Zeit sind über zwei Millionen Menschen auf Pflege angewiesen, die Tendenz steigt stetig. Erreicht man heute ein höheres Alter, liegt das Risiko, ein Pflegefall zu werden, bei mehr als 50 Prozent.

Wer gilt als pflegebedürftig?

Auf Pflege angewiesen sind Menschen, die aufgrund einer Erkrankung nicht mehr in der Lage sind sich selbstständig um sich selbst zu kümmern. Die Krankheiten können dabei geistiger, körperlicher oder seelischer Natur sein. Als besonders pflegebedürftig gelten ältere Menschen mit Demenz, da diese den Alltag kaum bis gar nicht mehr allein bewältigen können und dringend auf Hilfe angewiesen sind. In Deutschland gibt es insgesamt vier Pflegestufen, die die Pflegebedürftigkeit klassifizieren. Diese Pflegestufen legt der medizinische Dienst fest. Anhand der Pflegestufe und der jeweiligen Bedürftigkeit werden im Anschluss die Pflegeleistungen erbracht, welche notwendig sind. Als wichtigste Pflegeleistung gilt die Unterstützung und Betreuung von Pflegekräften. In Deutschland gibt es die Pflegestufe 1 (erhebliche Pflegebedürftigkeit), Pflegestufe 2 (Schwerpflegebedürftigkeit), Pflegestufe 3 (Schwerstpflegebedürftigkeit) sowie Pflegestufe 0. Patienten mit Pflegestufe 0 können ihren Alltag in der Regel nicht selbstständig führen, haben aber keinen oder kaum Pflegebedarf. Dazu gehören zum Beispiel Demenzkranke oder psychisch Erkrankte. Im Januar 2013 wurde ein neues Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz erlassen, welches den Anspruch auf Pflegegeld und entsprechende Leistungen auch in der Pflegestufe 0 gewährleistet.

Defizite in der aktuellen Pflegesituation

Es ist kein Geheimnis, dass die momentane Pflegesituation in Deutschland große Lücken aufweist und zum Teil an Qualität verloren hat. In aktuellen Berichten und Tests über die Qualität der Pflege in der heutigen Zeit wurden mehrere Missstände aufgedeckt, mit denen sowohl Pflegepersonal als auch Pflegebedürftige und deren Angehörige zu kämpfen haben. Die Pflegekräfte arbeiten oftmals unter Zeitdruck und die Bedürfnisse der Patienten können nicht oder kaum vollständig abgedeckt werden. Der Medizinische Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen (MDS) stellt im aktuellen Pflegequalitätsbericht fest, dass nahezu jeder dritte Patient nicht genügend versorgt und gepflegt wird. Festgestellt wurden die Mängel anhand von Meinungen der Patienten, der Betreuten sowie von Untersuchungen des Pflegezustands, der Abläufe sowie der fachlichen Arbeit und des Wissens der Pflegekräfte. In den letzten Jahren wurden dennoch Anstrengungen und Verbesserungen der Qualität von Pflegeeinrichtungen bemerkt, sodass sich die Situation tendenziell verbessern kann.

Personalmangel in der Pflege

Der Beruf des Altenpflegers ist nach wie vor nicht gerade beliebt. Das liegt vor allem an der körperlichen und psychischen Belastung, die der Beruf mit sich bringt. Aber auch schlechte Bezahlung und familienunfreundliche Arbeitszeiten sowie Schichtdienste sind Auslöser für den Personalmangel auf dem Gebiet der Pflege. Der Mangel an Pflegekräften wirkt sich größtenteils auf die Patienten aus, da meistens Zeitmangel an der Tagesordnung ist. Die Patienten erfahren kaum Gespräche oder Angebote für die Freizeitgestaltung, weil niemand vom Personal Zeit hat, sich darum zu kümmern. Während das Pflegepersonal überfordert ist, ist die Psyche der Patienten unterfordert. Es muss dringend eine Lösung für das Problem gefunden werden, eben weil die Bevölkerung immer älter und die Pflege somit immer wichtiger wird.

Wie sieht die Pflegesituation in der Zukunft aus?

Das Thema einer angepassten und ausreichenden Pflege für Bedürftige ist immer aktuell und es wird stetig daran gearbeitet, die Situation zu verbessern. Das ist auch notwendig, da die Zahl der Pflegebedürftigen in den nächsten Jahren statistisch gesehen steigen wird. Bisher sind nur Ansätze von Verbesserungen erkennbar. In der Politik wird das Thema immer wieder diskutiert und es werden Versuche gestartet, der Situation gerecht zu werden, etwa durch spezielle Reformen. Wichtig ist, dass der Beruf des Pflegers wieder attraktiver wird, beispielsweise durch mehr Zeitflexibilität oder ein besseres Gehalt. Im Fokus sollten immer die Pflegebedürftigen und deren Angehörige stehen, aber auch die Situation der Pflegekräfte darf nicht außer Acht gelassen werden.

Was sind Pflegehilfsmittel neu

Was sind Pflegehilfsmittel?

Pflegehilfsmittel stehen denjenigen zur Verfügung, welche Angehörige mit Pflegestufe zu Hause haben und diese pflegen müssen. Es gibt einen gesetzlichen Anspruch auf die Mittel, welche die Pflege der Patienten, aber auch die Arbeit der Pfleger, erleichtern sollen. Voraussetzung ist lediglich, dass der zu Pflegende eine Pflegestufe hat.

Umfang der gängigen Pflegehilfsmittel in Deutschland

Unterschieden wird bei den Pflegehilfsmitteln generell zwischen technischen und zum Verbrauch bestimmten Hilfsmitteln. Zu den zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln gehören zum Beispiel Desinfektionsmittel, Pflaster, Binden und Einmalhandschuhe. Alle Mittel, die dazu zählen, findet man in einem Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Pflege- und Krankenkassen.

Dort werden alle Produkte gelistet, welche von den Kassen finanziert werden und zu deren Leistungspflicht gehören. Die Kosten der zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmittel werden von den Kassen finanziell übernommen. Dabei wird zwischen verschiedenen Produktgruppen differenziert. Gleiches gilt für die technischen Hilfsmittel zur Pflege. Auch diese sind gelistet und können von der Kranken- oder Pflegekasse finanziert oder zeitweise ausgeliehen werden. Zu den technischen Hilfsmitteln gehören zum Beispiel Notrufsysteme, Pflegebetten oder Lagerungshilfen. Wer zu Hause einen Patienten pflegt, weiß in der Regel, welche Mittel und Geräte gebraucht werden. Die Refinanzierung und Erstattung der Verbrauchskosten kann eine erhebliche Erleichterung für die zu Pflegenden und die Pfleger sein, zumal die Beantragung und Kostenfinanzierung nicht schwierig ist.

Wie funktioniert die Erstattung und Kostenfinanzierung

Auch bei der Beantragung der Erstattung von Pflegehilfsmitteln wird zwischen den technischen und den zum Verbrauch bestimmten Hilfsmitteln unterschieden. Jeder Pflegebedürftige mit einer Pflegestufe hat einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegehilfsmittel im Wert von 40 Euro im Monat. Beantragt werden die Mittel bei der Kranken- oder Pflegekasse. Diese prüft und genehmigt den Antrag in der Regel innerhalb eines Monats. Bekommt man einen positiven Bescheid, muss der Antrag nicht noch einmal gestellt werden. Nur in seltenen Ausnahmefällen gelten die Anträge zeitlich begrenzt. Bei den technischen Pflegehilfsmitteln gilt, dass ein Eigenanteil von circa 10 Prozent besteht. Es müssen aber nicht mehr als 25 Euro dazugezahlt werden. Der restliche Betrag wird von den Kassen übernommen. Wenn ein technisches Pflegehilfsmittel leihweise überlassen wird, entfällt eine Zuzahlung gänzlich. Bei den zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln verhält es sich anders.

Hierfür ist keine ärztliche Bescheinigung notwendig – die Antragsstellung bei der Kranken- oder Pflegekasse genügt. Wichtig für einen positiven Bescheid ist, dass eine Pflegestufe vorhanden ist, der Pflegebedürftige zu Hause oder in einer WG lebt und dass er nicht ausschließlich von Angehörigen oder Bekannten gepflegt wird.

Woher bekommt man die Pflegehilfsmittel?

Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel gibt es in der Regel in allen gängigen Drogerien, Apotheken und Sanitätshäusern. Mittlerweile bestellen viele Menschen die benötigten Mittel über das Internet. Spezielle Online-Dienstleister bieten sogar monatliche Pakete an, welche alles beinhalten und den monatlichen Preis von 40 Euro nicht übersteigen. Diese Pakete werden vollständig von den Kassen finanziert. Der große Vorteil ist, dass ein ständiger Einkauf entfällt, weil die Pakete automatisch und von allein jeden Monat versendet und nach Hause geliefert werden. Die technischen Hilfsmittel gibt es ebenfalls im Fachhandel. Werden die Geräte leihweise von den Kassen vergeben, kümmern sich diese um die Beschaffung. Man kann sich für alle nötigen Informationen auch an die Sanitätshäuser, die Pflegekasse oder an ambulante Pflegedienste wenden.

Die Nutzung von Pflegehilfsmitteln wird gefördert und zum Teil erstattet, weil sie die Pflege erleichtern sollen – besonders wenn der Pflegeort im eigenen zu Hause ist. Sie lindern Beschwerden und körperliche Probleme. Zudem entlasten sie Patienten und Pfleger gleichermaßen. Daher sollte man auf die Förderung dieser Mittel durch die Kranken- und Pflegekassen keinesfalls verzichten.